Bauern protestieren mit Traktoren gegen Agrarpolitik

Mit Hunderten Traktoren wollen Bauern in Leipzig, Chemnitz und Görlitz am Dienstag friedlich für mehr Mitspracherecht bei der Agrarpolitik protestieren. Die Landwirte beteiligen sich mit den Sternfahrten an dem bundesweiten Protest «Land schafft Verbindung», wie Paul Kompe, Organisator der Demo in Leipzig, im Vorfeld erklärte. Dabei wollen sich die Landwirte auch gegen die aus ihrer Sicht negative Berichterstattung in den Medien wehren.


Zu der Fahrt in der Messestadt waren bis Montagabend knapp 200 Traktoren angemeldet. Ab 10.00 Uhr sollen diese auf insgesamt vier Routen zum Völkerschlachtdenkmal rollen. In Chemnitz werden ebenfalls 200 Maschinen erwartet, wie Mitorganisator Georg Stiegler berichtete. Ziel dort sei die Johanniskirche. In Görlitz seien es laut Kompe über Hundert Traktoren.


Bundesweit werden am Dienstag zu dem Aktionstag von «Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch» Zehntausende Landwirte in mehreren Städten erwartet. Hintergrund ist, dass die Bauern durch die aktuelle Umwelt-, Landwirtschafts- und Handelspolitik die regionale Lebensmittelproduktion und ihre Existenz in Gefahr sehen. Die Bauern wollen mit ihrem Motto eine Verbesserung des Miteinanders bei gesellschaftlich wichtigen Themen, wie Tierwohl, Insektenschutz und Lebensmittelsicherheit erreichen.


Ihren Anfang nahm die Protestbewegung mit grünen Kreuzen, die viele Landwirte bundesweit als Zeichen ihrer Existenzängste auf Feldern und Wiesen aufstellen. Auch in Sachsen gab es diese Form des Protests: Im Landkreis Zwickauer Land wurden die Kreuze Ende September auf mehreren Feldern errichtet.


«Da dieser stille Protest ignoriert wurde, gehen wir jetzt auf die Straße», erklärte Georg Stiegler. Für Kompe und Stiegler ist das Besondere an den Demos am Dienstag, dass diese von der Basis getragen werden: «Das letzte Mal gingen die Bauern vor 500 Jahren auf die Straße», so die Männer.

Weitere Meldungen Landwirte gesucht - Bedarf an Azubis in den grünen Berufen wächst
Rückgang von Feldvögeln: Schulze mahnt mehr Insektenschutz an